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Softflasks vs. Trinkblase: Vor- und Nachteile im Gelände

Auf dem Trail ist Flüssigkeit einer deiner wichtigsten Treibstoffe. Gerade bei langen Läufen in der Natur oder auf dem Weg zu deinem ersten Ultramarathon musst du dich zu 100 % auf dein Trinksystem verlassen können. Nichts ist frustrierender als eine auslaufende Flasche, ein klemmendes Ventil oder das ständige, laute Schwappen von Wasser direkt am Ohr.

Wenn es um den Transport von Flüssigkeit geht, spaltet sich die Trailrunning-Welt in zwei Lager: Die einen schwören auf Softflasks vorn an der Brust, die anderen auf die klassische Trinkblase auf dem Rücken. Beide Systeme haben ihre absolute Daseinsberechtigung. Lass uns gemeinsam schauen, welches Setup für dein Training und deine Wettkämpfe die sicherste und komfortabelste Lösung ist.

Die Softflasks: Flexibel und blitzschnell

Softflasks sind weiche, flexible Flaschen (meist mit 500 ml Volumen), die in den vorderen Brusttaschen deiner Trailrunning-Weste verstaut werden. Sie schrumpfen zusammen, je mehr du trinkst, wodurch das Wasser im Inneren nicht schwappt.

Die Vorteile:

  • Volle Kontrolle: Du hast deinen Flüssigkeitsstand buchstäblich immer vor Augen. Du weißt exakt, wie viel du schon getrunken hast und wann es Zeit für die nächste Quelle ist.
  • Getrennte Systeme: Der größte taktische Vorteil. Du kannst in einer Flask reines Wasser transportieren und in der anderen dein isotonisches Getränk oder flüssige Kohlenhydrate. So kannst du dir Gels notfalls mit klarem Wasser runterspülen.
  • Sekundenschnelles Auffüllen: An Verpflegungsstationen im Wettkampf oder an einem Brunnen im Wald bist du mit Softflasks unschlagbar schnell. Rausholen, aufschrauben, füllen, weiterlaufen.

Die Nachteile:

  • Fummelei: Volle, pralle Softflasks während des Laufens wieder in die engen Brusttaschen der Weste zu stopfen, erfordert anfangs etwas Übung und Geduld.
  • Geringeres Volumen: Mit zwei Standard-Flasks hast du exakt einen Liter dabei. Für extrem heiße Tage oder sehr lange Abschnitte ohne Wasserstelle kann das zu knapp sein.

Mein Tipp für die Praxis: Achte beim Kauf unbedingt auf Softflasks mit einer möglichst großen Öffnung (Wide Mouth). Das erleichtert das Einfüllen von Getränkepulver enorm und spart Nerven.

Die Trinkblase: Der ausdauernde Wasserträger

Die Trinkblase (oft 1,5 bis 2 Liter) wird im Hauptfach deines Laufrucksacks oder deiner Weste auf dem Rücken verstaut. Getrunken wird über einen langen Schlauch, der nach vorn über die Schulter geführt wird.

Die Vorteile:

  • Großes Volumen: Wenn du autark in den Bergen unterwegs bist und stundenlang keine Wasserquelle in Sicht ist, gibt dir die Blase ein massives Sicherheitsnetz.
  • Hands-free trinken: Du musst nichts auspacken oder greifen. Das Beißventil hängt direkt vor deinem Mund. Besonders in technischem Gelände, wenn du vielleicht sogar Stöcke in den Händen hältst, ist das sehr komfortabel.

Die Nachteile:

  • Der Blindflug: Du spürst zwar das Gewicht auf dem Rücken, siehst aber nicht exakt, wie viel Wasser dir noch bleibt. Das kann bei der Renneinteilung tückisch sein.
  • Langsames Nachfüllen: Im Wettkampf ist die Blase ein Zeitfresser. Du musst den Rucksack absetzen, das Fach öffnen, die Blase herausfummeln, füllen und alles wieder verstauen.
  • Reinigung: Die Pflege des Schlauchs und das Trocknen der Blase erfordern deutlich mehr Aufwand, besonders wenn du klebrige Iso-Drinks verwendest.

Mein Fazit für dich

Aus meiner Erfahrung als Coach gibt es eine klare Empfehlung für deine Entwicklung auf dem Trail:

Für organisierte Wettkämpfe und normale Trainingsläufe (bis zu 3 oder 4 Stunden) sind Softflasks die bessere, weil flexiblere Wahl. Sie zwingen dich, dein Trinkverhalten aktiv zu steuern, und machen dich an den Verpflegungsstationen effizient.

Die Trinkblase hat ihren großen Auftritt, wenn du lange, autarke Abenteuer planst, bei denen Sicherheit und ein großer Wasservorrat oberste Priorität haben. Viele meiner Athleten kombinieren bei extremen Hitze-Ultras auch beide Systeme: 1,5 Liter Wasser auf dem Rücken und noch einmal 1 Liter Iso-Getränk vorn in den Flasks.

Egal wofür du dich entscheidest: Teste dein Trinksystem ausgiebig im Training. Es muss blind funktionieren, wenn du erschöpft bist.

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